Gutes vom Dinkelberg

Weinbau am Dinkelberg

Badischer Wein, von der Sonne verwöhnt!

Herten liegt im sonnigen Markgräflerland im Dreiländereck zwischen Hochrhein und dem südwestlichen Ausläufer des Dinkelbergs. Heute bewirtschaften hier 32 Winzerinnen und Winzer, die sich in der IG Weinbau zusammengeschlossen haben, gut zwei Hektar Rebfläche. Mittlerweile hat das Staatliche Weinbauinstitut in Freiburg die Weine der IG Weinbau mehrfach ausgezeichnet. So berichteten beispielsweise die Badische Zeitung: Hertener Wein – richtig fein und der Hochrhein Anzeiger West: Silber ist pures Gold.

Verein: IG Weinbau Herten e.V.

Die IG Weinbau Herten e.V. ist Mitglied im Badischen Weinbauverband und gehört weinbaulich gesehen zum Markgräflerland.

Die satzungsgemässen Ziele des Vereins sind u.a.:

  • Förderung und Erhalt des Weinbaus in Herten
  • Schutz des Rebgebietes
  • Versorgung mit Pflanzenmaterial
  • Bereitstellung von Gerätschaften zur Weinbereitung

Der Verein hat rund 170 Mitglieder. Davon sind 32 Hobbywinzer, die die rund 2 ha Rebfläche bewirtschaften. (Stand: 2011)

60 Prozent des Ertrags der Gesamtrebfläche werden gemeinsam im vereinseigenen Weinkeller in der Rabenfelsstraße ausgebaut, 40 Prozent von alteingesessenen Winzern in ihren eigenen Kellern.

Seit Dezember 1995 besitzt die IG Weinbau zusammen mit dem Gesangverein im Rathauskeller einen Vereinsraum, der in viel Eigenarbeit (ca. 2000 Arbeitsstunden) hergerichtet worden ist. Die urige Form des Weinkellers lädt zu gemütlichen Weinproben ein.

Geschichte
Es waren vermutlich bereits die Römer, die den Weinanbau in unsere Gegend brachten. Urkundlich ist dies erstmals in den Jahren 1305 und 1334 erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch eine Quittung über den Kauf einer "Trotti" aus dem Kloster St. Gallen. Die Rebfläche zog sich früher über den ganzen Südhang vom Markhof bis nach Degerfelden hin. Im Jahr 1785 waren noch 29 ha Rebfläche vorhanden. Starker Schädlingsbefall und der durch Kriege verursachte Ausfall von Arbeitskräften liess den Weinbau geringer werden, so dass es 1942 schliesslich nur noch 6,5 ha Reben gab. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Landwirtschaft oft nur noch im Nebenerwerb betrieben und viele wendeten sich damit auch vom Weinbau ab.

Es ist vor allem der Verdienst des früheren Ortsobmannes und Weinbauern Josef Übelin, dass die Reben im Ort nicht völlig verschwunden sind. Er prägte den Hertener Weinbau und forcierte zusammen mit Josef Brugger die Gründung der IG Weinbau Herten e.V. am 15.12.1971. Karl Völkle war als erster Vorsitzender maßgeblich am Aufbau des jungen Vereines beteiligt. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass er sich so erfolgreich entwickelte. Seit 1991 leitet nun Jürgen Reiske die Geschicke des Vereins.

Lage
Das Rebbaugebiet wurde 1971 auf Antrag der Gemeinde Herten in die Weinbergrolle beim Regierungspräsidium Freiburg als Einzellage mit der Bezeichnung "Steinacker" unter der Nr. 327 eingetragen.

Die ausgewiesene Rebfläche beträgt ca. 2 ha. Die Hauptanbausorte ist der Spätburgunder. Außerdem wurde 1996 der Regent und 2005 der Prior neu gepflanzt. Beim Weißwein werden 7 verschiedene Sorten geherbstet: Müller-Thurgau, Johanniter, Gutedel, Weißburgunder, Nobling, Kerner, Bacchus.

Weinbau und Umwelt
Die IG Weinbau praktiziert soweit wie möglich umweltschonenden Weinbau, Dauerbegrünung und wasserschutzgebietsgerechte Düngung.

Pflanzenschutz betreiben wir mit dem Pheromon-Verwirrverfahren zur Bekämpfung des Einbindigen Traubenwicklers. Die Einsparungen bei den gebräuchlichen Pflanzenschutzmitteln betragen 30 bis 50 Prozent. Ebenfalls halten wir uns an die Empfehlungen des Weinbauberaters und des WBI Freiburg

Der Hertener Rebberg ist Teil des Naturschutzgebiets "Rappenfelsen". Sonnenbeschienene Trockenmauern, Hecken, Sträucher, Blumen- und Fettwiesen sowie der angrenzende Wald bilden mit den Rebstöcken einen vielfältigen Lebensraum.

In Frühjahr und Sommer sind die Schmetterlinge Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und Schwalbenschwanz häufig zu beobachten. Auch die Gottesanbeterin wurde hier schon gesehen. Eidechsen nutzen die Mäuerchen für ein Sonnenbad. Grün- und Grauspecht kann man oft bei der Ameisenjagd zusehen. Stieglitze, Ammern, Buchfinken, Grünfinken, Wacholderdrosseln, Schwanz- und Sumpfmeisen lassen sich blicken, wenn die Rebzeilen abgeerntet sind.

Auch Fledermäuse sind im Spätsommer zu Gast. Bei der Lese im Herbst kann man Grasfröschen auf dem Weg ins Winterquartier begegnen. Auch der Igel ist dann auf der Jagd, um sich den nötigen Winterspeck anzufressen.

Mehr erfahren Sie auf der eigenen Website des Vereins.

Lage Hertener Wein